Chiles Vulkane

 Willkommen zurueck in Chile

Blick aus dem Wohnzimmer von Wolf und Eva in Pucon auf den Villarrica See Medikamenten Lieferung aus Deutschland Nachdem wir Chiles Fjorde und die Navimag Fähre verlassen haben, geht es von Puerto Montt aus wieder auf den Bikes weiter. Was für ein wunderbares Gefühl, ohne Regenkombi und fünf Schichten Klamotten fahren zu können! Die Sonne gibt endlich wieder ihr Bestes und bei angenehmen 20 Grad und dem Duft der am Straßenrand stehenden Eukalyptusbäumen stellen sich Frühlingsgefühle ein. Nach ca. 40 km machen wir eine kleine Kaffeepause in Puerto Varas, um den Tag richtig zu starten. Gerade haben wir es uns auf der Terasse gemütlich gemacht, wer fährt just in diesem Moment vorbei? Mike und Johanna. Da haben wir uns aber lange nicht gesehen! Wir trinken noch einen gemeinsamen Abschiedskaffee und machen uns dann auf Richtung Norden.Wir wollen bis Pucon fahren , dort warten Klaus und Elena bei Wolf und Eva auf uns. Wolf ist in Chile geboren, hat aber einen deutschen Vater und eine Tante in Bad Hersfeld, wo er dann seine Frau Eva kennengelernt hat. Nun haben sie sich in einem schönen Haus direkt am See in Pucon zur Ruhe gesetzt, in dem sie über die Wintermonate leben. Schon lange kennen Klaus und Joshs Vater sich beruflich. Während eines längeren Telefonats stellte sich dann heraus, dass unsere Wege sich wohl auf der Reise kreuzen sollen. Klaus und seine Frau Elena, ebenfalls aus Bad Hersfeld, sind langjährig befreundet mit Wolf und Eva und zusammen wollen sie über die Careterra Austral nach Süden aufbrechen. Aus Deutschland hat uns Klaus unser nächstes Medikamentenpäckchen mitgebracht. Die Kommunikation mit ihm war schon im Vorfeld supernett und alles hat wie abgesprochen geklappt. Wir verbringen zwei schöne Tage mit hervorragender Gastfreundschaft, kuscheligen Betten und guter deutscher Küche am Villarrica See in Pucon. Lange brüten die Männer des Abends über Landkarten und geben sich gegenseitig die besten Tipps zur Weiterreise. Gut erholt und motiviert brechen wir anschließend weiter nach Bariloche auf.

Landschaft rund um Bariloche

Abendliches Lagerfeuer am Villarrica See bei aufgehendem Mond Blick auf Bariloche Über die traumhafte Routa 40 entlang der sieben Seen gelangen wir nach Dina Huapi, einem Vorort von San Carlos de Bariloche. Hier wohnen zwei Mädels, die wir am Campingplatz in Futaleufú in Chile vor ein paar Wochen getroffen haben und die uns eingeladen haben, sie doch einmal zu besuchen. Dem Angebot kommen wir natürlich gern Blick auf den Villarrica Vulkan Den Morgen am Villarrica See geniesen nach. Melissa ist zwar derzeit in Frankreich unterwegs, aber ihre Schwester Gissella und der Rest ihrer Familie heißen uns herzlich willkommen. Wir bekommen Melissas Zimmer zur Verfügung gestellt und werden in den drei Tagen, die wir hier verbringen, wieder wie Familienmitglieder behandelt. Gissella zeigt uns die ganze Hoehlenforschung bei Bariloche mit Hoehlenforscher Joshua 2Hoehlenforschung bei Bariloche mit Hoehlenforscher Joshua Stadt mit ihren umliegenden Seen und Bergen. Schön ist es, aber doch sehr touristisch. Wer braucht schon mit Menschen überfüllte Strände und Wanderwege, nur um einmal in Bariloche gewesen zu sein? Daher geht es für uns nach kurzer Zeit weiter. Da die Routa 40 nordwärts nun nicht mehr VollmondLandschaft rund um Bariloche 2viel zu bieten hat außer Steppe, jede Menge Guanacos und ein paar Nandus, entscheiden wir uns den Pass Mamuil Malal zurück nach Chile zu nehmen und uns auf der chilenischen Seite der Grenze weiter nördlich zu bewegen. Da mittlerweile in Chile und Argentinien die Sommerferien begonnen haben und damit Hochsaison ist, erwartet uns an Zelt Aufbau am Villarrica See Feld ausgehaerteter Lavader Grenze eine Schlange von mehr als 300 Autos. Gut, dass wir Motorradfahrer sind und einfach daran vorbei bis ganz nach vorne fahren können! So sind wir nach einer halben Stunde komplett mit Papierkram und Durchleuchten der Taschen fertig und können die Vulkanlandschaft rund um Pucon nochmals genießen. Ein Vulkan nach Zelten bei Vollmond am Villarrica See dem anderen ragt Respekt einflößend und erhaben aus der Landschaft hervor. Wieder in Villarrica angekommen, suchen wir nach einem Schlafplatz. Wir sind heute etwas spät dran und es dämmert schon. Auf gut Glück fahren wir in Echtes deutsches Brot, gefunden in Villarrica eine unscheinbare Einfahrt hinein, welche bei einem Bauernhaus endet. Die Frau des Hauses ist total nett und meint auf die Frage nach einem Schlafplatz, sie hätte da was, wir sollen ihr folgen. Gesagt, getan, sie setzt sich in ihr Auto und wir fahren mit den Bikes hinterher ... und fahren ... und fahren. Bis wir plötzlich mitten am verlassenen Ufer des Villarrica Sees stehen, derselbe See an dem auch Wolf und Eva ihr Haus haben. Da hat die Familie doch einfach einen, durch steile Felsen und dichtem Bewuchs von der Außenwelt abgeschnittenen, Privatstrand. Heute fliegt uns das Glück scheinbar zu. Wir dürfen hier unser Zelt aufstellen und sogar ein kleines Feuer machen. An diesem sitzen wir dann abends bei aufgehendem, den See erhellenden Vollmond und mit Blick auf den Villarrica Vulkan, den wir bei dieser sternenklaren Nacht tatsächlich an der Spitze orange leuchten und dampfen sehen können! Was für ein unvergesslicher Abend.

Den Morgen am Villarrica See geniesen

Wir fahren die nächsten Tage noch ein paar schöne Offroadpisten durch die grünen Wälder der BioBio-Region. Irgendwann jedoch haben wir dann alle Vulkane und alle Seen gesehen und da wir als nächstes Ziel Santiago im Auge haben, entscheiden wir uns von nun an die Panamericana zu nehmen. Die mittlerweile vierspurig ausgebaute Mautstraße ist nicht die schönste und langweilig noch dazu, aber gut zum Kilometer fressen. Wirkommen zügig voran und werden dafür mit einem wunderschönen Schlafplatz belohnt. Wir fahren direkt neben dieser Autobahn in einen kleinen Schotterweg und erreichen nach kurzer Zeit einen kleinen Sandstrand an einem Fluss , umgeben von Hecken . gekonnt kaempfen sich Josh und Bike die sandige Auffahrt hoch Waldbrand hautnah Hier kann uns keiner sehen, gar keine Frage,dass das Zelt hier aufgebaut wird! Am nächsten Morgen lässt es sich herrlich bei aufgehender Sonne nach einer kleinen Joggingrunde baden. Erfrischt und gut gelaunt geht es in den Tag. Vorher muss Josh jedoch die steil abfallende Sandböschung, welche runterwärts kein Problem darstellte, wieder erklimmen. Einmal abgelaufen hat er seine Ideallinie gefunden, es staubt und dröhnt zwei Mal und er hat den Abhang ein gutes Stück abgetragen,  aber die beiden Bikes sind wieder auf dem Schotterweg angekommen. Mittlerweile sind es um die 36 Grad und das eh schon trockene Land ist völlig ausgedörrt. Das hat zur Folge, dass sich Waldbrand an Waldbrand reiht, die Luft ist voll mit dunklen Rauchwolken. Durch einen dieser Brände müssen wir durchfahren , sowohl links als auch rechts der Panamericana brennt es. Die Feuerwehr ist mit Löschfahrzeugen und sogar Hubschraubern im Einsatz, aber es scheint mir nicht so, als hätten sie alles unter Kontrolle. Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich, als wir durch die dicken Rauchwolken fahren, und ein trauriges noch dazu, wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Brände durch Zigaretten ausgelöst werden. 

Zelten an der Copec Tankstellekurze Duschpause an der Copec Tankstelle Die letzte Nacht vor dem Eintreffen in Santiago verbringen wir notgedrungen auf eine der Copec-Tankstellen direkt an der Autobahn, da es nach fast 400 km schon dämmert und die Luft bei uns ziemlich raus ist. Wir dürfen unser Zelt umsonst aufstellen und auch Bad und Dusche benutzen. So freundlich hier auch alle sind, richtig gut schlafen lässt Zeltplatz am Fluss direkt neben der Panamericana es sich bei dem Lärm der vorbeirasselnden LKWs nicht. Aber was solls, am nächsten Morgen freuen wir uns beide, unsere Freunde in Santiago wieder zu sehen und umso zeitiger kommen wir los. Keiner von ihnen weiß, dass wir kommen, es soll eine Überraschung werden. Erstes Ziel: Natürlich "die Zentrale", Viktors Café! Wir haben die Bikes vorher ausgestellt und schieben sie ganz cool auf dem Bürgersteig vor das Cafe. Viktor sitzt draußen auf seinem Stammplatz und als er realisiert, wer da gerade kommt, guckt er zuerst wie ein  Reh, das im Scheinwerferlicht steht. Dann aber springt er mit einem dicken Lachen im Gesicht auf und wir schließen uns in die Arme. Überraschung geglückt! Er sagt sofort Daniel Bescheid, der kurz darauf extra von seiner Arbeit vorbei kommt. Natürlich haben wir uns viel zu erzählen und so sitzen wir bei bester Verpflegung bis spätnachmittags im Café Monarchie. Wir dürfen selbstverständlich wieder bei Daniel und seiner Freundin Loretta wohnen. Wir schauen selbstverständlich auch bei PuntoMoto, unserem Hondahändler,vorbei und Josefa und "El Jefe"  (der Chef) schauen ungefähr so wie Viktor. Dann ist aber auch hier die Freude groß. Bei einem Blick auf den Tacho, der mittlerweile 10.000 km anzeigt, staunen sie nicht schlecht. Wir lassen hier nun die dritte Inspektion machen. Zeitgleich macht sich Josh auf die Suche nach neuen Reifen, die Alten sind völlig abgefahren. Ich erwarte schon, dass es wieder ewig dauern wird, so wie es beim ersten Mal hier in Santiago war, doch nach drei Stunden steht er mit breitem Grinsen vorm Tor, vier neue Reifen hinten aufs Bike geschnallt.

Der Lanin Vulkan am noerdlichsten Zipfel des Lanin Nationalparks

Er zieht die Reifen selber auf , was ungefähr einen Tag in Anspruch nimmt, aber super klappt. Ganz im Gegensatz zur Inspektion, die diesmal sehr schludrig gemacht wurde. Wenn man nicht alles selber macht..., eine Honda Werkstatt werden unsere Motorräder von nun an nicht mehr von innen sehen. In Zukunft macht Josh das selbst.

Reifen wechseln. Josh gewinnt, Reifen verliert

Wir treffen auch Armin wieder, Viktor's Kumpel. Da er schon viel mit seinem Motorrad in Chile herum gekommen ist, hat er wertvolle Tipps für uns, was die Route Richtung Norden betrifft. Er wird ganz neidisch auf unsere Tour und gerät ins Schwärmen, er würde am liebsten mitfahren. 

Man mag es kaum glauben, aber beim Aufrufen unserer Emails entdecken wir am nächsten Tag eine Nachricht von Mike und Johanna. Auch sie sind gerade in Santiago eingetroffen! Wie kann es anders sein: Am Folgetag sitzen wir alle zusammen bei Viktor im Café, der extra für uns länger geöffnet hat und ein wunderschönes Abendessen zubereitet. Für Mike und Johanna ist ihre Reise hier zu Ende, sie und "Elephant" fliegen zurück nach Australien. Als Abschiedsgeschenk darf sich Josh von Mike jede Menge Werkzeug aussuchen, er brauche es nicht mehr. Als wir beim Abschied feststellen, dass wir nun wohl nach Australien fliegen müssen, um uns wieder zu treffen, meint Mike, das wolle er schwer hoffen, sonst müsse er nach Deutschland fliegen und uns holen. Es war schön die Beiden immer wieder unverhofft zu treffen und es ist komisch nun zugleich zu wissen, dass dies nicht mehr passieren wird. Aber wer weiß, was das Leben bringt.

Da wir nun wissen, dass wir vermutlich am Ende unserer Reise wieder nach Santiago zurückkommen werden, freuen sich hier schon alle auf unsere Rückkehr. Ein letztes Frühstück bei Viktor, bevor wir uns auf machen, die schönsten Andenpässe zu überqueren und die Atacama Wüste zu durchfahren. Auf in neue Gefilde!

Die Cafe Monarchie Gang (Bitte als Abschluss Bild)